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Inhalt


Einleitung

Prä-Kolonialzeit

Die Ureinwohner

Entdeckung durch die Portugiesen und Holländer

Kolonisation:
Die ersten Siedler

 

deutsche Kolonialzeit

Anfänge

Gründung und Aubau der Kolonie Deutsch-Südwestafrika

Die Kriege und Aufstände (Kurzfassung)

Untergang der Kolonie

 

Die Kriege und Aufstände (Langfassung)

Herero/Namakrieg
Hendrik Witbooi


Hererokrieg
Samuel Maharero


Schlacht am Waterberg

Der berüchtigte Schießbefehl

Namaaufstand
H. Witbooi und
Jakob Morenga


Erster Weltkrieg

 

Zwischen 1915 und 1990

Militärverwaltung und südafrikanisches Mandat

Zweiter Weltkrieg

Unabhängigkeits- kampf

 

Namibias Unabhängigkeit 1990

Die Situation kurz vor den Wahlen 1989

Die Uno in Namibia

Die erste freie Wahl

 

Namibias Politik heute

heutige Politik

Landreform und Enteignungen

Staatsform und Verfassung

Die Opposition der Regierung

politische Köpfe

 

 

Namibias Geschichte


Anfänge der deutschen Kolonialzeit in Namibia

Adolf Lüderitz, Gründer von Lüderitz, Namibia

Der aus Bremen stammende Abenteurer, Tabakhändler und Kaufmann Adolf Lüderitz, beauftragte im Mai 1883 seinen 21-jährigen Freund und Begleiter Heinrich Vogelsang, das Land um die Bucht Angra Pequeña, der heutigen Lüderitzbucht, und einen von der Küste aus 20 Meilen ins Inland reichenden Landstreifen zwischen dem Oranje im Süden, und dem 26. Breitengrad (etwa Höhe Maltahöhe) zu kaufen. Der Verkäufer, Nama Häuptling Joseph Frederick aus Bethanien, bekam dafür 260 Gewehre und 10.000 Reichsmark. Sie suchten nach neuen Absatzmärkten und Bodenschätzen. Am 24. April 1884 wurde dieses Gebiet, auf Drängen Lüderitz um Schutz, vom deutschen Kaiserreich übernommen, um es gegen englische Gebietsansprüche zu sichern und zum Schutzgebiet erklärt, und des weiteren mit einem kleinen Marinekorps ausgestattet. Die englische Krone wird davon in Kenntnis gesetzt. Vom 7 August 1884 an (erste offizielle Flaggenhissung, unter Feierlichkeiten mit Vertretern der Firma Lüderitz, Besatzungsmitgliedern deutscher Kriegsschiffe, Häuptling Frederick und Ältestenrat), wehte zum ersten mal die deutsche Flagge auf namibischen Boden.

 

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Gründung und Aufbau der Kolonie Deutsch-Südwestafrika

Am 24. April 1884 teilten die europäischen Großmächte auf der Berliner Konferenz einvernehmlich und mit völliger Selbstverständlichkeit Afrika unter sich auf. Südwestafrika steht ab sofort unter dem Schutz des Deutschen Reiches und erhält den Namen Deutsch-Südwestafrika. Der Name Süd-West hielt sich bis zur Unabhängigkeit 1990 und wird, von Schwarz wie Weiß, auch heute noch sehr viel an Stelle des Namens Namibia benutzt.

Die Kaiserlich-Deutsche Schutztruppe wurde entsandt. Dr. Gustav Nachtigal wird kaiserlicher Generalkonsul und Kommissar für Westafrika, und nach dessen Tod wurde 1885 Dr. Heinrich Göring (Vater von Herman Göring) vom Reichskanzler Otto von Bismarck zu seinem Nachfolger ernannt. Sie hatten die Aufgabe, das Land vom Oranje bis zum Kunene, wo die portugiesischen Besitzungen begannen, zu einer Kolonie aufzubauen. Eine große Aufgabe für die anfangs reicht kleine Truppe, denn das Gebiet hatte etwa die 1,5-fache Größe des deutschen Kaiserreichs und zählte ca. 81.000 Herero, 12.000 Nama, 29.000 Damara und 60.000 Ovambo. Otjimbingwe wurde1885 Verwaltungssitz.

Vermessungstechniker und Ingeneure wurden entsandt, und teilten es in Farmgebiete auf und gaben ihnen die Namen, die sie bis heute tragen. Sie planten und bauten Dämme und Eisenbahnlinien, und deutsche Siedler konnten das Land erwerben und bebauen. Die Organisation dazu, wird von der eigens dafür am 30.April 1885 gegründeten Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika übernommen. Die logistischen Leistungen aus dieser Zeit genießen in Namibia bis heute ein hohes Ansehen. Noch lange danach wurde unter südafrikanischer Verwaltung auf alte, nichtrealisierte deutsche Pläne für beispielsweise Bahnlinien und Staudämme zurückgegriffen.

Göring richtete auch ein Schutzgebiet für die mitlerweile stark dezimierten Buschmänner ein, um sie vor der weiteren Ausrottung durch die Bantuvölker und andere Kolonialherren zu schützen.

1887 brach ein kurzer Goldrausch aus, als das Gerücht kursierte, dass bei Walfischbucht Gold gefunden worden sei. Um für Ordnung zu sorgen ersuchte man Göring die Reichsregierung in Berlin um die Entsendung weiterer Schutztruppen zu bitten, was aber abgelehnt wurde, da das Gebiet um Lüderitz und Walfischbucht im Privatbesitz der Deutschen Kolonialgesellschaft war, und so stellte man selber eine Truppe Söldner zusammen, die aus zwanzig Schwarzen Soldaten und fünf Unteroffizieren unter der Leitung zweier Offiziere bestand. Diese Truppe wurde allerdings lediglich für ihre Undiszipliniertheit berühmt und bald schon, als sich die Goldnachricht als Gerücht erwiesen hatte, wieder entlassen.

Man suchte auch nach einem Zugang zum Sambesi und sichert diesen durch den Helgoland-Sansibar-Vertrag im Jahre 1890, indem der deutsche Reichskanzler Leo von Caprivi mit den Engländern die Übergabe des nach ihm benannten Caprivi Zipfels aushandelte.

Noch im gleichen Jahr wird der Grundstein für die alte Feste gelegt, die sich damals "Groß Windhuk" nannte, und wenig später schon, 1891, wird Windhuk (heute Windhoek), der bisherige Stammessitz der Orlam, den diese nur wenige Jahrzehnte zuvor den Hereros wieder abgenommen hatten, zum offiziellen Sitz des deutschen Kommissariats ernannt und löste damit Otjimbingwe, das weiter im Nordwesten gelegen ist, ab. Im weiteren Verlauf entsteht um die Festung herum nach und nach die Stadt Windhoek.

1897 bestand die Schutztruppe aus ca. 700 Unteroffizieren und Mannschaften, den beiden Majoren Leutwein und Mueller, sowie vier Stabsärzten, einem Assistenzarzt und einem Veterinär. Davon waren etwa 370 Mann ständig für Polizei-, Gerichts- und Zolldienst abkommandiert, so dass der Truppe rund 300 Mann für militärische Einsätze verblieben.

Die Schmalspurstrecke zwischen Swakopmund und Windhuk wurde zwischen 1897 und 1902 fertiggestellt und später gegen eine Normalspur ersetzt. Es folgten Verbindungen von Lüderitz nach Keetmanshop, und von dort wieder nach Windhuk, sowie in den Norden nach Tsumeb zu den dortigen Kupfervorkommen. Ein Streckennetz von 2.100 Kilometern entstand, das längste aller Kolonien überhaupt. Versuche von Transporten per LKW scheiterten im Wüstensand der Namib. Die Martin Luther im Sand der Namibwüste Die "Martin Luther", eine Lokomobile die dem Sand erlag, steht als Denkmal noch heute an Ort und Stelle. Ihren Namen bekam diese Dampfmaschine mit den breiten Eisenrädern, als man bei ihrem Scheitern den von Luther gemachten Ausspruch zu Worms zitierte: "Hier stehe ich und kann nicht anders!" Man findet sie von Windhoek kommend Richtung Swakopmund irgendwo in der Namibwüste auf der linken Seite stehen.

Das Dampfschiff Leutwein fuhr regelmäßig zwischen Walfischbucht und Kapstadt, und ab 1898 wurde eine feste Schiffsverbindung der Woermann-Linie eingerichtet, die jeden 25. eines Monats nach Deutschland ging.

Gegen 1902 waren rund 2.600 deutsche Siedler, 1.400 Buren und rund 450 Briten im Land. Bis 1915, zum Ende der Kolonialzeit Namibias, wuchs die Zahl auf rund 12.000 Deutsche.

Neben dem Abbau von Kupfer und Diamanten war es die Viehzucht, die Siedler ins Land lockte. "Heu auf dem Halm", nannte man die Tatsache, dass bei nur dreimonatiger Regenzeit das Gras der Weiden die meiste Zeit im Jahr gelb und trocken war und auf dem "Halm" stand, was damals wie heute ideale Bedingungen für extensive Rinderwirtschaft bot.

Unter den Aufständen zwischen 1904 bis 1908 waren Wirtschaft und Viehzucht weitgehend zum erliegen gekommen und mussten neu aufgebaut werden. Ab dem 19. November 1905 war Friederich von Lindequist neuer Gouverneur in Deutsch Südwestafrika, und ab 1908 hatte Bruno von Schuckmann dieses Amt in Windhuk inne. Die Reichsregierung investierte rund sieben Millionen Reichsmark im Land, um die Farmer zu halten. Vieh wurde importiert, insbesondere Rinder und Karakulschafe, deren Fleisch und Fell gute Vermarktungsmöglichkeiten schufen. Es wurde eine Verordnung für mehr Selbstverwaltung erlassen und 1910 kam der erste Landesrat mit der Aufgabe zusammen, den weiterhin amtierenden Gouverneur zu beraten.

Die heutige Geisterstadt Kolmanskuppe entstand im Diamantenrausch Juni 1908, als man dort im und auf dem Sand der Dünen und des Strandes die ersten Roh-Diamanten, damals in Süd-West auch "Klippekies" genannt, einfach nur aufsammeln brauchte. Schon in den ersten drei Monaten wurden weit über 2.500 Karat Diamanten gefunden, und bis zum Jahresende betrug der geförderte Wert über eine Million Reichsmark, und mit dem Beginn des 1. Weltkrieges waren es bereits über 150 Millionen. Ab dem 26. Breitengrad bis hinunter zum Oranje wurde das gesamte Gebiet, bis etwa einhundert Kilometer ins Landesinnere reichend, abgeriegelt und das Schürfrecht, zum Ärgernis der Siedler, nur an die Deutsche Kolonialgesellschaft vergeben, die bis dato auch Grundbesitzer war. Auch heute ist dieses Areal Diamantengebiet und in ähnlichen Grenzen für Unbefugte unzugänglich. 1912 wurde des weiteren eine Steuer auf die Förderung gelegt, die mit 6,6% dem Staat jährlich etwa zehn Millionen Reichsmark einbrachte.

 

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(chronologisch)

 

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weitere Informationen über die deutschen Schutzgebiete finden sie unter:
http://www.dhm.de/lemo/html/kaiserreich/aussenpolitik/suedwest/index.html